Interview mit Lars Hölkemeier
Die Hölkemeier Spedition GmbH ist ein mittelständisches Unternehmen mit Sitz in Ostwestfalen. Das Unternehmen wurde am 12.12.1994 von Lars Hölkemeier, DAV-Betriebswirt, gegründet.
Wann war der Start in die Selbstständigkeit?
November 1994 mit Gründung der jetzigen Hölkemeier Spedition GmbH.
Was war der Auslöser dafür?
Im Jahr 1987 habe ich zufällig einen Ausbildungsplatz zum Speditionskaufmann bekommen. Nach kurzer Zeit war die Liebe zur Branche entfacht! Die Ausbildung habe ich 1989 erfolgreich abgeschlossen. Nach drei Berufsjahren bekam ich einen Studienplatz an der DAV in Bremen. Das Studium absolvierte ich bis September 1994. Während dieser Zeit reifte der Entschluss, dass ich mich selbstständig machen wollte.
Wie und wo haben Sie angefangen?
Die Firma ist im November 1994 mit Sitz in Vlotho gegründet worden. Erster Tag der operativen Geschäftstätigkeit war der 02.01.1995. Die ersten Monate war ich als reiner Sofaspediteur tätig. Im September 1995 habe ich zusammen mit meinen damaligen Mitgesellschaftern ein Transportunternehmen in Vlotho übernommen, die Wilhelm Ladage GmbH & Co. KG. Mit der Übernahme der Firma war ein Hauptschwerpunkt die Spedition mit Selbsteintritt. Die ersten Kunden kamen vorwiegend aus der Stahl- und Getränkeindustrie sowie dem Maschinenbau.

Wie hat sich die Branche seitdem verändert?
Zur Gründungszeit waren hauptsächlich deutsche Frachtführer im nationalen Verkehr unterwegs. Heutzutage ist zumindest der Fernverkehr überwiegend in Osteuropäischer Hand. Die Sendungsgrößen verkleinern sich seit ca. 10 Jahren extrem, dadurch haben die Kurier-, Express- und Paketdienste, sowie die Stückgutverkehre einen erheblichen Zulauf bekommen.
Wie hat sich das Aufgabenfeld Ihres Unternehmens verändert?
Wir haben uns vom reinen Transportdienstleister zum Lagerlogistiker mit angeschlossenem Fuhrpark entwickelt.
Was war Ihr persönlicher Tiefpunkt / größte Fehlentscheidung bislang?
2009 eine Niederlassung in Osteuropa zu eröffnen ohne eine nachhaltige Strategie zu verfolgen.
An welches Ereignis / Begebenheit erinnern Sie sich besonders gerne?
An die erfolgreiche Studienzeit in Bremen und die damit einhergehenden, bis heute bestehenden Freundschaften. Dieses Netzwerk hat wesentlich zum Erfolg der Hölkemeier Spedition beigetragen.
Was unterscheidet Ihr Unternehmen von anderen?
Flache Hierarchien und starker Einsatz von Wechselaufliegern. Weiter die Ausrichtung auf den regionalen und kombinierten Verkehr sowie die frühzeitige Fokussierung auf Lagerlogistik.
Hatten Sie rückblickend die Unternehmensentwicklung so vorgesehen?
In den Anfangsjahren hatte ich als Fernziel einen Fahrzeugbestand von ca. 60 Fahrzeugen. Aufgrund der Marktveränderung verlagerte sich nach 10 Jahren der Schwerpunkt auf die Lagerlogistik. Die heute erreichte Flächendimension war für mich seinerzeit nicht vorstellbar.
Was macht den Standort Ostwestfalen so besonders?
Die mittelständisch geprägte Wirtschaft. Außerdem eine hervorragende Verkehrsinfrastruktur. Nicht zu vergessen die ostwestfälische Mentalität.
Was erwarten Sie in den nächsten Jahren für die Branche?
Eine weitere Spezialisierung der einzelnen Marktteilnehmer und innovative Ansätze im Bereich der Digitalisierung, um eine höhere Produktivität zu gewährleisten. Bei der Auswahl der Verkehrsmittel wird auf mehr Nachhaltigkeit gesetzt werden. Darüber hinaus soll der Transport von Waren vom letzten Lager bis zum Kunden umweltfreundlich und ressourcenschonend gestaltet werden.
Was planen Sie für die Zukunft?
Verbesserte Ressourcenplanung, Aufbau eines Management Teams und Transformation (z. B. E-Mobilität, intelligente Hallen/Heiz-Kühlsysteme).